Wer sind die Menschen, die Kabulluftbrücke aus Afghanistan evakuiert?

Die Menschen kommen aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft: Richterinnen, Intellektuelle, Klimaaktivist*innen, Sportler*innen, LGBTIQ Personen und viele mehr. Unzählige weitere stehen noch auf unseren Listen und sitzen nach wie vor in Afghanistan fest. Einige derer, die es mit Hilfe der Kabulluftbrücke geschafft haben, sind bereits in Deutschland:

Mariam & Saliha

Vor zwei Jahren stand Mariam vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Die afghanische Frauenrechtsaktivistin hatte die Möglichkeit, nach Deutschland zu fliehen. Ein Leben in Sicherheit bedeutete jedoch, ihre kleine Schwester Saliha in Kabul zurückzulassen. Seit dem Tod ihrer Mutter hatten die Schwestern kaum einen Tag ohne einander verbracht. Sie waren Teil des ersten Bergsteigerinnen-Teams Afghanistans, haben sich für Frauenrechte eingesetzt und in der Kabuler Kunstszene engagiert. Eine Trennung war für die Beiden unvorstellbar. Trotzdem riet Saliha ihrer Schwester zu gehen. “Ich wäre fast daran zerbrochen”, sagt Saliha heute. Auch für Mariam fühlte sich die Trennung an, “als wäre ein Teil von mir gestorben.” Mit der Hilfe von Kabul Luftbrücke gelang es Saliha, Afghanistan zu verlassen. Nach Wochen der Flucht, Angst und Unsicherheit landete Saliha am vergangenen Montag in Berlin. Als sich Mariam und Saliha am Flughafen wieder sahen, ließen sie einander minutenlang nicht los. “Ich fühle endlich wieder Frieden”, sagt Saliha.

Sami

Das ist Sami, Rechtsanwalt und Aktivist aus Kabul. Eigentlich wollten wir Sami evakuieren – aber Sami ist uns zuvor gekommen. Er hat sich in die pakistanische Botschaft in Kabul gewagt, wurde dort von Taliban bedroht, geschlagen, und mit vorgehaltener Waffe als Spion bezeichnet. Trotzdem ist er ruhig geblieben und konnte die Taliban überzeugen, ihm ein Visum für Pakistan auszustellen. Damit ist Sami auf eigene Faust nach Islamabad geflogen, wo er plötzlich vor unserer Tür stand. Das erste, was er sagte, war: “Wie kann ich euch unterstützen?”. Letzten Mittwoch ist er in Berlin gelandet und eine absolute Bereicherung für unser Headquarter-Team.

Aqsa, Yusuf, Hamza & Marcia

Aqsa, Yusuf, Hamza & Marcia sind vergangene Woche mit Hilfe der Kabulluftbrücke in Frankfurt angekommen. Obwohl sie die deutsche Staatsbürgerschaft haben, konnten sie nur dank der Kabulluftbrücke ausgeflogen werden, weil die Bundesregierung zu wenig tut um selbst deutsche Staatsbürger*innen zu evakuieren – ganz zu schweigen von den zahlreichen gefährdeten Menschen, die das Privileg eines Deutschen Passes nicht haben und um die sich die Bundesregierung noch weniger kümmert.

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