Unsere Mission

Wofür setzen wir uns ein?

Zwei Jahrzehnte hat Deutschland und seine westlichen Partner in Afghanistan versucht, ein freiheitliches, sicheres und demokratisches Afghanistan aufzubauen. Das war nur mithilfe einer mutigen afghanischen Zivilgesellschaft möglich. Richter*innen, Sicherheitskräfte, Lehr*innen und viele weitere Afghan*innen haben sich für ein neues Afghanistan eingesetzt. Als Deutschland und seine westlichen Partner beschlossen, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen, ließen wir unsere afghanischen Verbündeten im Stich.

Wir können die politischen Entscheidungen der Vergangenheit nicht rückgängig machen. Wir können jedoch uns unserer Verantwortung bewusst werden: Deutschland trägt für unsere afghanischen Verbündeten eine Verantwortung. Es ist Deutschlands Pflicht, sie in ihrer Flucht vor der Gewalt der Taliban bestmöglich, zu unterstützen und ihnen eine neue sichere Heimat zu geben.

Wir sind eine Initiative der Zivilbevölkerung, die sich dieser Verantwortung gegenüber der afghanischen Bevölkerung bewusst ist und diese Verantwortung annimmt. Wir haben mit Hilfe eurer Spenden und unserem Einsatz bereits knapp zweitausend Menschen evakuiert und weitere tausend Menschen bei ihrer Evakuierung unterstützt. Und wir hören nicht auf. Seit der Machtübernahme der Taliban hat die deutsche Bundesregierung es nicht geschafft, alle Menschen mit Aufnahmezusage zu evakuieren. Obendrein harren zehntausende bedrohte Afghan*innen – Lehrer*innen, Richter*innen, Sportler*innen, Angestellte der Sicherheitskräfte, Mitarbeiter*innen von westlichen Organisationen und viele mehr – ohne Aufnahmezusage aus. Während die Bundesregierung diese Verantwortung für diese Menschen nicht in vollem Umfang annimmt, füllen wir als Bewegung der Zivilbevölkerung diese Lücke.

Wir sind eine Anlaufstelle für bedrohten Afghan*innen geworden, verfügen über Netzwerke vor Ort, kennen die besten Evakuierungsrouten und streiten in Deutschland für die Aufnahme von bedrohten Personen. Wir arbeiten tagtäglich an Evakuierungen und für eine Aufnahmezusage für gefährdete Afghan*innen.

Für unsere Arbeit seid ihr unsere stärksten Verbündeten. Unsere Arbeit wäre ohne eurem Interesse, eurem Einsatz und eurer finanziellen Unterstützung nicht möglich. Der Umfang unserer Arbeit hängt eben auch von unseren finanziellen Mitteln ab. Bitte beteiligt euch und informiert so viele Menschen wie möglich. Je mehr gespendet wird, desto mehr akut bedrohte Personen haben die Chance auf ein neues sicheres Zuhause. Vor allem Dauerspenden helfen uns, langfristig zu planen, evakuieren und helfen zu können. Deshalb brauchen wir euch, als Verbündete der Luftbrücke.

Unser Erfolg ist auch von eurem politischen Druck abhängig. Deutschland muss sich endlich seiner Verantwortung für bedrohte Menschen in Afghanistan bewusst werden und unbürokratisch und schnell Evakuierungen umsetzen. Hierfür muss Deutschland seine bisherige Politik neu ausrichten. Unterstütze uns dabei, werde laut und mach mit uns klar:

  • Wir brauchen ein Bundesaufnahmeprogramm, das der Situation in Afghanistan gerecht wird. Allein aufgrund des Einsatzes der Bundeswehr sind Zehntausende Menschen gefährdet. Darüber hinaus dürfen wir die Menschen, die für Subunternehmen gearbeitet haben, als Medienschaffende aktiv waren oder sich für Menschenrechte eingesetzt haben nicht vergessen. Jede bedrohte Person hat ein Recht auf ein sicheres Leben – egal, ob sie eine direkte Verbindung zu Deutschland hat oder nicht.
  • Um der aktuellen Situation gerecht zu werden, müssen wir weiterhin eine Aufnahme von bedrohten Menschen anhand von §22 Aufenthaltsgesetz ermöglichen. Dieser Paragraph gibt uns den notwendigen Spielraum, Menschen, die sich in der Zivilgesellschaft für ein demokratisches und freiheitliches Afghanistan in unterschiedlichen Formen eingesetzt haben zu evakuieren, unabhängig davon ob sie einen direkten Bezug zu Deutschland nachweisen können.
  • Wir müssen schneller und unbürokratischer agieren, um das Leid der Menschen endlich zu beenden. Hierfür brauchen wir ein Visa-on-arrival Verfahren, anstatt Menschen nicht endenden bürokratischen Hürden auszusetzen und dadurch Evakuierungen zu verhindern.
  • Wir dürfen die prekäre Situation der afghanischen Zivilbevölkerung nicht ignorieren. Seit der Machtübernahme der Taliban ist die afghanische Bevölkerung einer dramatischen Hungersnot und existenziellen Wirtschaftskrise ausgesetzt. Wir müssen entschlossen dieser humanitären Krise entgegentreten und auf lokaler Ebene unterstützen, ohne dabei die Herrschaft der Taliban zu stützen.
  • Wir dürfen die Binnenflüchtlinge und Geflüchtete in Nachbarstaaten nicht vergessen. Deutschland muss sofortige humanitäre Hilfe leisten, um die Situation dieser Menschen deutlich zu verbessern.

Es ist beschämend, wie viel Zeit vergeudet wurde, es ist beschämend, dass so viele bedrohte Menschen weiterhin in Afghanistan festsitzen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen nicht zurückgelassen werden. Wir können viel darüber reden, wer wir sein wollen. In unseren Handlungen zeigt sich, wer wir sind.

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