People working on laptops
Luftbrücke Kabul

Unterstütze und fordere die Rettung aller Gefährdeten aus Afghanistan

Wir sind schockiert über die Entwicklungen in Afghanistan. Es ist ein Versagen auf ganzer Linie: Das Versagen, Verantwortung für eine Situation zu übernehmen, die Deutschland durch jahrzehntelange Destabilisierung mitzuverantworten hat, das Versagen gefährdete Menschen rechtzeitig zu evakuieren und der politische Wille lediglich 2015 sich nicht wiederholen zu lassen.

Flucht-TU Berlin 2018 - Afghanistan -0108.jpg

Jetzt ist es an uns, so viele Menschen wie möglich aus Kabul zu retten. Die Regierung braucht bei der Rettung Unterstützung, denn wir haben kaum noch Zeit.

Wir haben einen Flieger gechartert, mit dem wir nach Kabul fliegen werden. Die Formalia sind geklärt, jetzt geht es um die Umsetzung. Wir haben Listen von Personen, die gerettet werden müssen und stehen mit hunderten weiteren in Kontakt. Wir sehen, dass es mehr Möglichkeiten gibt, den Zugang zum Flughafen sicher zu gestalten und erwarten, dass diese Möglichkeiten in den kommenden Tagen genutzt werden. Wir werden so viel tun wie möglich, um mehr Menschen aus Kabul zu retten, bevor die Truppen endgültig abgezogen werden und es keinen Ausweg mehr gibt.

Wie viele Flieger wir bekommen, entscheidet ihr - mit euren Spenden. Bitte beteiligt euch an dem Fundraising und informiert so viele Menschen wie möglich. Je mehr gespendet wird, desto mehr akut bedrohte Personen haben die Chance auf eine Evakuierung. Das Geld, das nicht für Flieger verwendet werden kann, weil zum Beispiel der Flughafen gesperrt werden könnte, wird für die humanitäre Hilfe verwendet.

Wir fordern darüber hinaus, dass die Bundesregierung jetzt Verantwortung für die Menschen übernimmt: Schreibt an eure Abgeordneten und teilt unsere Forderung.

  • Ein Visa-on-arrival Verfahren, damit Menschen ausgeflogen werden können, die im bürokratischen Irrsinn der letzten Monate noch kein Visum zur Flucht bekommen haben.
  • Erweiterung der Kriterien für die Evakuierung der Ortskräfte: Wer von den Taliban gefährdet ist, muss ausfliegen können. -
  • Alle Personen, die sich in Kabul am Flughafen befinden, müssen ohne Ausnahme ausgeflogen werden - auch ohne Reisepass.
  • Unabhängig der Priorisierung müssen so viele Evakuierungsflüge wie möglich durchgeführt werden.
  • Der Flughafen in Kabul muss gesichert werden, um Evakuierungsflüge zu ermöglichen. Notfalls muss dazu auch mit den Taliban verhandelt werden. Auch darüber, dass der Zugang zum Flughafen ermöglicht wird.
  • Die Luftbrücke muss lange genug aufrechterhalten werden, dass alle Gefährdeten die Möglichkeit zur Flucht haben. Allein durch den Einsatz der Bundeswehr sind wahrscheinlich mindestens 100.000 Menschen betroffen. Auch solche die für Subunternehmer gearbeitet haben, Medienschaffende oder Menschenrechtsaktivist:innen.
  • Sofortige Katastrophenhilfe für Binnenflüchtende und Menschen in den angrenzenden Ländern.
  • Flucht nach Europa darf nicht kriminalisiert werden. Europa darf sich nicht weiter abschotten und muss den Staaten, die auf den Fluchtrouten aus Afghanistan liegen signalisieren, dass es bereit ist Verantwortung zu übernehmen. Alles andere wäre eine gefährliche Signalwirkung an diese, sich ebenfalls abzuschotten.

Es ist beschämend, wie viel Zeit vergeudet wurde, es ist beschämend, dass es nun fast zu spät ist. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen gerettet werden. Wir können viel darüber reden, wer wir sein wollen. In den Handlungen der nächsten Tage wird sich zeigen, wer wir sind.

#LeaveNoOneBehind #Luftbruecke #Kabul

Spende für die Luftbrücke

FAQ

Wir haben selbst mehrere Möglichkeiten eruiert, um zum Flughafen zu kommen und um in den Flughafen zu kommen. Es ist nicht leicht, aber wir erwarten, dass die Möglichkeiten sich in den nächsten Tagen deutlich verbessern, sei es auf dem Land oder auf dem Luftweg.

Nein, das ist in der Regel sehr gefährlich und die wartenden Menschenmassen erschweren eine organisierte Evakuierung.

Aufgrund der Sicherheit der Personen, können wir darüber keinerlei Auskunft geben, wer in unserem Flugzeug mitfliegt. Auch entscheiden nicht wir, wer in den Flughafen kommt und mit welchem Flieger evakuiert wird. Das liegt im Verantwortungsbereich der zuständigen Ministerien und den Einsatzkräften vor Ort.

Wir setzen es dafür ein, dass die Kapazitäten zur Evakuierung erhöht und genutzt werden. Sollte es keine Option mehr geben das gespendete Geld für die Flugzeuge als Luftbrücke oder Evakuierungskapazitäten zu nutzen, werden wir es für die humanitäre Hilfe und Menschen auf der Flucht einsetzen. Wir haben dazu bereits mit verschiedenen Organisationen Kontakt aufgenommen und müssen in den kommenden Wochen schauen, wer davon noch arbeiten kann, so dass die Spendengelder effektiv eingesetzt werden können.

Wir erwarten, dass in den nächsten Tagen Lösungen gefunden werden, damit mehr Menschen in den Flughafen kommen, denn es müssen noch viele tausend Menschen evakuiert werden. Dann brauchen wir größere Flugkapazitäten und dabei wollen wir helfen.

Das fragen wir uns auch, wir arbeiten aber eng mit dem Lagezentrum und dem Einsatzführungskommando zusammen. Die bürokratischen Abläufe der deutschen Bürokratie verhindern jedoch an vielen Stellen Flexibilität, die wir sicherstellen können.

Sie erreichen uns unter press@kabulluftbruecke.de

Updates zur Kampagne